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AbschnittDiskussion: Persistente Identifikatoren (PIDs)

Diskussion: Persistente Identifikatoren (PIDs)

Digitale Objekte (Publikationen, Videos, Digitalisate, etc.) sind fester Bestandteil der (historischen) Forschungslandschaft. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass langfristige Zitierfähigkeit und Auffindbarkeit (im Sinne der FAIR-Prinzipien'Die FAIR-Prinzipien wurden 2016 erstmals von der FORCE 11-Community (The Future of Research Communication and e-Scholarship) entwickelt. FORCE11 ist eine Gemeinschaft von Wissenschaftlern, Bibliothekaren, Archivaren, Verlegern und Forschungsförderern, die durch den effektiven Einsatz von Informationstechnologie einen Wandel in der modernen wissenschaftlichen Kommunikation herbeiführen und so eine verbesserte Wissenserstellung und -weitergabe unterstützen will. Das primäre Ziel liegt in der transparenten und offenen Darlegung wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse. Demnach sollten Daten online findable (auffindbar), accessible (zugänglich), interoperable (kompatibel) und reusable (wiederverwendbar) abgelegt und strukturiert sein. Ziel ist es, Daten langfristig aufzubewahren und im Sinne der Open Science und des Data Sharing für eine Nachnutzung durch Dritte bereitzustellen. Genaue Definitionen der FORCE11 selbst können auf der Website nachgelesen werden siehe: https://force11.org/info/the-fair-data-principles/. Die FAIR-Prinzipien berücksichtigen ethische Aspekte der Weitergabe von Daten in sozialwissenschaftlichen Kontexten nicht hinreichend, weshalb sie um die CARE-Prinzipien ergänzt wurden.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen) keine Selbstverständlichkeit ist. Persistente Identifikatoren'Ein Persistent Identifier (PID) (auf Deutsch: dauerhafter Identifikator) ist ein dauerhafter, digitaler Code, der einer digitalen Ressource wie z. B. einem Datensatz, einem wissenschaftlichen Artikel oder einer anderen Veröffentlichung direkt zugeordnet ist und diese damit permanent identifizier- und auffindbar macht. Im Gegensatz zu anderen seriellen Identifikatoren (beispielsweise URL-Adressen) verweist ein Persistent Identifier auf das Objekt selbst und nicht auf seinen Standort im Internet. Ändert sich der Standort eines mit einem Persistent Identifier assoziierten digitalen Objekts, so bleibt der Identifikator derselbe. Es muss lediglich in der Identifikator-Datenbank der URL-Standort geändert oder ergänzt werden. So wird sichergestellt, dass ein Datensatz dauerhaft auffindbar, abrufbar und zitierbar bleibt (Forschungdaten.info 2023). Weiterlesen (PIDs) bieten etablierte Lösungen an, um Objekte eindeutig zu identifizieren und unabhängig des Speicherorts aufzufinden.

Doch muss ich für jedes erstelle Objekt eine PID vergeben?

Die Antwort ist eindeutig: Nein. 

Die Entscheidung für oder gegen einen PID sollte kontextabhängig getroffen werden. Zentrale Fragen sind unter anderem: 

  • Hat das Objekt eine langfristige Relevanz? 
  • Soll es von Dritten zitiert oder nachgenutzt werden? 
  • Ist die verantwortliche Institution in der Lage, die notwendigen Metadaten zu pflegen und die dauerhafte Verfügbarkeit sicherzustellen?

Nicht jedes digitale Objekt muss dauerhaft zitierfähig sein und nicht jede Datei erfüllt die Voraussetzungen für eine langfristige Referenzierung.

Dennoch gibt es Bereiche, in denen die Verwendung von PIDs sinnvoll ist.  Soll das Objekt dauerhaft referenziert, zitiert oder nachgenutzt werden? Dann ist die Vergabe eines PIDs ratsam. Dies betrifft vor allem Publikationen, Forschungsdaten, digitale Editionen und Sammlungen sowie Forschungssoftware und Skripte.