Übung 4
Welche der hier genannten Themen des FDM sind immer relevant, auch wenn ein Projekt weder beabsichtigt, Forschungsdaten zu publizieren, noch digitale Daten oder Methoden zu verwenden?
- Planung des Forschungsvorhabens: Entwicklung des Arbeitsprogramms anhand der Ziele und Methoden unter Berücksichtigung des Datenmanagements und dessen Dokumentation in einem Datenmanagementplan (DMP)
- Datenorganisation (z. B. Speichersysteme, Ablageordnung, Kollaboration, Zugriffssteuerung, Data Policy)
- Quellensammlungsstrategien (z. B. Recherche, Repositorien, Digitalisierung, Aufzeichnung von Oral History Interviews)
- Datenerhebung und -erschließung (z. B. Datenmodellierung, automatisierte Erschließungsverfahren, Metadatenstandards, digitale Quellenkritik, Korpusbildung)
- Aufbereitung, Analyse, Auswertung, Visualisierung und Interpretation von Daten durch (digitale) Methoden und mit Hilfe von Softwaretools
- Datenqualität durch Daten- und Prozessdokumentation und Verwendung von, (Meta)Datenstandards (z. B. TEI, EAD, CEI, DDI)
- Recht (Urheberrecht, Nutzungsrecht, Archivrecht, Datenschutz, Lizenzen)
- Datenpublikation (z. B. Rechte, Lizenzen, Repositorienauswahl, PID)
- Langzeitarchivierung und Nachnutzungsszenarien (Repositorienauswahl)
Lösungsvorschlag
- Planung des Forschungsvorhabens
- Vorbereiten des Forschungsvorhabens, Ausarbeiten der Fragestellung, zusätzlich z. B. Beantragung von Fördergeldern, Zusammenstellung des Teams, Anlegen eines DMP
- Datenorganisation (z. B. Speichersysteme, Ablageordnung, Kollaboration, Zugriffssteuerung, Data Policy)
- Für jede Arbeit mit Daten (darunter fallen auch Publikationsmanuskripte, administrative Daten aus der Projektverwaltung und dem Berichtswesen) sind die Themen Datensicherheit und -speicherung relevant, um die (Forschungs-)Daten vor Verlust zu schützen. Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn Daten gut organisiert sind, um die Übersicht über die eigenen Dateien zu behalten und z. B. nichts aus Versehen zu überschreiben oder zu löschen.
- Quellensammlungsstrategien (z. B. Recherche, Repositorien, Digitalisierung, Aufzeichnung von Oral History Interviews)
- Gerade bei aufwändigen und umfangreichen Recherchen ist es sinnvoll, die Quellen systematisch, am besten mit Hilfe eines datenbankgestützten Tools zu katalogisieren, um einerseits selbst den Überblick über einen umfangreichen Korpus zu behalten, Quellen und alle zugehörigen Informationen wie Notizen, Transkripte, Regesten und/oder Digitalisate rasch wieder auffinden zu können sowie korrekt die Zitationen und Referenzen in der Publikation setzen zu können. Andererseits können gut aufbereitete und dokumentierte Quellen viel leichter in späteren Projekten selbst wieder nachgenutzt werden, wodurch Zeit gespart wird, weil die Einarbeitung in den Quellenbestand und die ggf. notwendige Nachrecherche entfallen.
- Aufbereitung, Analyse, Auswertung
- Schritt der eigentlichen Auswertung von Quellen, stark abhängig von Forschungsfrage und Methodik, beinhaltet stets auch eine kritische Reflexion der verwendeten Methoden, egal ob es sich dabei um eine explizit digitale Arbeitsweise handelt oder nicht
- Recht (Urheberrecht, Nutzungsrecht, Archivrecht, Datenschutz, Lizenzen)
- Nicht nur, aber besonders bei der Forschung mit Quellen der Zeitgeschichte muss das Urheberrecht berücksichtigt werden. Bei der Verwendung von Bildmaterial kann ggf. das Persönlichkeitsrecht hinzukommen, bei der Arbeit mit persönlichen Informationen wie z. B. in der Oral History oder der Analyse von Privatbriefen muss der Datenschutz beachtet werden.
- Langzeitarchivierung/Nachnutzung
- Forschungsbeiträge auch ohne zusätzlich veröffentlichte Daten werden als Sekundärquellen Teil des geschichtswissenschaftlichen Diskurses. Ein z. B. veröffentlichter Aufsatz sollte daher auffindbar und zitierfähig sein. Die gute wissenschaftliche Praxis sieht zudem vor, dass Forschungsdaten, auf deren Grundlage Ergebnisse publiziert wurden, für 10 Jahre vorgehalten werden. Dies umfasst nicht nur digitale Forschungsdaten, sondern auch analoge.
