Parallelstellensuche und Rekonstruktion von Textrezeption
Inhaltsverzeichnis
Methoden
Die Parallelstellensuche von eAQUA ermöglicht es, ein einzelnes Werk eines Autors oder einer Autorin in seiner Gesamtheit auf zitierte Textpassagen und verwendete Autor*innen hin zu analysieren. Zum anderen bietet es aber auch die Möglichkeit, die Rezeption des Werkes zu sichten, d. h. die spätere Verwendung von Textpassagen und Analysewerk zu erkennen.
Analysemöglichkeiten/Fragestellungen
Zur Eingrenzung der Fragestellung können folgende Aspekte dienen:
- Welche Autor:innen und/oder Werke werden im Analysewerk zitiert oder zitieren in den folgenden Jahrhunderten aus dem Analysewerk?
- Welchem historischen Kontext sind diese Werke zuzuordnen?
- Gibt es Zitate oder Querverweise, die in der bisherigen Fachdiskussion noch nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden?
- Was sagen die Fundstellen über das Verhältnis des Referenzautors zu einem bestimmten anderen Autor oder Autorin aus?
Kompetenzen und Lernziele
- Sachkompetenzen: Vergleichs‑ und Analysekompetenz
- Methodenkompetenzen: Historische Hermeneutik
- Sozialkompetenzen: Entscheidung‑ und Verantwortungskompetenz (z. B. in Gruppenarbeit, Vorbereitung und Durchführung von selbständigen Projektarbeiten)
- Sprachkompetenzen: auf Originalquellen basierende Interpretationskompetenz
- Fertigkeiten:
- Kognitive und/oder praktische Fertigkeiten
- chronologische Einordnung/Definition von Entwicklungen
- Befähigung zur Quellenlektüre und ‑interpretation (Originaltexte)
- Recherche
Voraussetzungen und Tools
- eAQUA http://www.eaqua.net/
Vorkenntnisse
- (sicherer) Umgang mit eAQUA (Wittig/Willkommen): Visualisierung und Export
- Umgang mit CSV-Tabellen
Vorbereitung
- eAQUA (Wittig/Willkommen, s. o.)
- ggf. Zugangsberechtigung anfragen
- Datensatz herunterladen
- Tools → Zitationen
- Korpusauswahl: OGL
→ Start
→ Auswahl Plutarch → Start
→ Export als CSV-Tabelle
- ggf. Zugangsberechtigung anfragen, wenn weitere Textkorpora verwendet werden sollen
Vorgehen
- Preprocessing in der eAQUA-Toolchain:
- Reduktion des Textbestandes um Satzzeichen
- Reduktion um StoppwortlisteZerlegen des Korpus in eine Folge von fünf aufeinander folgenden Termen
- Überprüfung einzelner Segmente auf exakte Übereinstimmungen (matches) im gesamten Textkorpus (Parallelen, Zitate)
- Vorgehen des Nutzers/der Nutzerin:
- Korpusauswahl und Zusammenstellung
- Ergebnistabelle
- Verschiedene Chart-Ansichten
- Export als CSV
Literatur und Quellenangaben
Schubert, Charlotte. 2017. „Die Arbeitsweise Plutarchs: Notizen, Zitate und Placita“. Rheinisches Museum für Philologie 160:43–57. doi:10.11588/propylaeumdok.00005221
Schubert, Charlotte. 2023. „Textanalyse digital“. In Digital Humanities in den Geschichtswissenschaften, herausgegeben von Christina Antenhofer, Christoph Kühberger, und Arno Strohmeyer, 144–165. Wien: Bölhau Verlag. https://www.utb.de/doi/abs/10.36198/9783838561165-144-165
Schubert, Charlotte. 2024. „Das Netzwerk der antiken Philosophie: Die Placita Philosophorum bei Eusebius und Plutarch“. In Libens Laeto Merito: Festschrift für Wolfgang Spickermann zum 65. Geburtstag, herausgegeben von Veronika M. Linder, Wolfgang Petermandl, Christian Schäfer, und Lukas Scheuermann, 227–245. Wiesbaden: Harrassowitz.
Wittig, Jens, und Corina Willkommen. 2019. Digital Classics in der Praxis: Arbeiten mit eAQUA: Eine Einführung mit Beispielen. Heidelberg: Propylaeum. doi:0.11588/propylaeum.431
Zitierweise
Schubert, Charlotte. 2025. „Parallelstellensuche und Rekonstruktion von Textrezeption“. HISTOFOX. Das Informations-, Lern- und Lehrportal für Datenkompetenzen in den historisch arbeitenden Disziplinen. NFDI4Memory und Freie Universität Berlin. https://histofox.4memory-dataliteracy.de/lehrszenarios/parallelstellensuche-und-rekonstruktion-von-textrezeption/
