Motivation: Einführung in das Forschungsdatenmanagement
Es gelten folgende Faktoren als motivierend in Bezug auf das Forschungsdatenmanagement:
- Bestimmte Förderinstitutionen fordern Strategien des FDM (wie z. B. einen Datenmanagementplan) als Voraussetzung für die Förderung (vgl. Artikel zum Datenmanagementplan).
- Durch die Einhaltung von FDM-Prozessen „von Anfang an“ erleichtern sich Forschende nicht nur die eigene spätere Re-Interpretation ihrer Daten, sondern verringern auch den Aufwand für die Bereitstellung ihrer Daten zur Nachnutzung durch Dritte.
- Für die Reproduzier- bzw. Nachvollziehbarkeit von Forschungsergebnissen ist ein gut dokumentiertes FDM Voraussetzung (RatSWD, 2023, p. 8).
- Das Risiko eines Datenverlusts wird durch FDM-Maßnahmen wie zur Datensicherheit'Unter Datensicherheit werden alle präventiven Maßnahmen physischer und technischer Art verstanden, die dem Schutz digitaler und auch analoger Daten dienen. Datensicherheit soll für deren Verfügbarkeit bürgen, sowie die Vertraulichkeit und Integrität der Daten gewährleisten. Beispiele für Maßnahmen sind: Passwortschutz für Geräte und Online-Plattformen, Verschlüsselungen für Software z. B. E-Mails und auch Hardware, Firewalls, regelmäßige Softwareupdates sowie sicheres Löschen von Dateien.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen sowie -speicherung'Datenspeicherung bezeichnet allgemein den Vorgang des Speicherns von Daten auf einem Trägermaterial oder Datenträger (digitalisierte Daten). Forschungsdaten sind einzigartige, wertvolle Daten, die sicher aufbewahrt werden sollten, um sie vor Verlust und fremden Zugriff zu schützen. Mit verschiedenen Maßnahmen wie z. B. regelmäßigen Backup-Routinen (Sicherheitskopien) kann ein möglicher Datenverlust minimiert werden.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen, eine systematische Datendokumentation'Forschungsdaten bilden nicht nur die Basis wissenschaftlicher Veröffentlichungen der jeweiligen Forscher*innen, sondern werden in vielen Fällen anderen zugänglich gemacht. Dies setzt voraus, dass Forschungsdaten verständlich dokumentiert sind. Unverzichtbar wird dies, wenn eine Datenpublikation beabsichtigt ist. Eine zentrale Rolle für das Finden, Durchsuchen und Nutzen von Forschungsdaten spielen Metadaten, also Daten, die strukturierte Informationen über andere Daten enthalten. In verschiedenen Wissenschaftskreisen haben sich für die Dokumentation in Form von Metadaten sogenannte Metadatenstandards etabliert, die Konventionen für die Beschreibung und Dokumentation von Forschungsdaten über Metadaten festlegen. Weiterlesen und eine geeignete Langzeitarchivierung (LZA) minimiert.
- Ein gutes FDM unterstützt die Umsetzung der FAIR-Prinzipien.
Dennoch bedeutet Forschungsdatenmanagement nicht unbedingt, dass Daten offen zugänglich sein müssen. Es können rechtliche (z. B. Urheber- und Nutzungsrechte) oder ethische Gründe dem Open-Science-Gedanken entgegenstehen. Hier müssen die Interessen der verschiedenen Parteien abgewogen und die Implikationen auf die Durchführbarkeit des Forschungsprojektes berücksichtigt werden.
Literatur
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten. 2023. Forschungsdatenmanagement in kleinen Forschungsprojekten – Eine Handreichung für die Praxis. Berlin: Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten. doi:10.17620/02671.72
