Quellenkritik
Die Quellenkritik ist die zentrale Arbeitsweise der Geschichtswissenschaft. Sie bezeichnet die kritische Untersuchung von Artefakten der Vergangenheit mit dem Ziel, Antworten auf bestimmte Fragestellungen zu finden. Ihr grundsätzlicher Aufbau geht auf Johann Gustav Droysen (1808 – 1884) zurück, ein ähnliches Vorgehen findet aber auch in anderen, verwandten Geisteswissenschaften wie der Literaturwissenschaft statt. Quellenkritische Arbeit findet nicht nur bei schriftlichen Überlieferungen statt, sondern kann auch auf Oral History oder digitale Artefakte angewendet werden (vgl. Artikel Digitale Quellenkritik). Quellenkritik umfasst stets eine äußere und eine innere Quellenkritik. Erstere untersucht dabei die Herkunft und Überlieferung der Quelle, also beispielsweise, wer Verfasser und Adressat sind, oder ob es sich um eine Fälschung handelt. Die innere Quellenkritik setzt sich hingegen mit den Inhalten der Quelle auseinander, wozu nicht nur Fragen nach Aufbau/Gliederung, der Textgattung und den vorgebrachten Inhalten oder Argumenten gehören, sondern auch die Person des Verfassers und sein Horizont. (vgl. „Quellenkritik“. 2024. Historiucm-eStudies.net. Januar 8. https://historicum-estudies.uni-koeln.de/archiv/arbeiten-mit-quellen/quellenkritik).
Detaillierte Informationen zur Quellenkritik sind in Einführungswerken zur Geschichtswissenschaft zu finden, z. B. Haas, Stefan. 2023. Geschichtswissenschaft. Eine Einführung. utb basics. Paderborn: Brill | Schöningh.
Literatur und Quellenangaben
Historicum-eStudies. 2023. Arbeiten mit Quellen: Quellenkritik und -interpretation. Zuletzt aufgerufen am 15.06.2027 https://historicum-estudies.uni-koeln.de/archiv/arbeiten-mit-quellen/quellenkritik
Zitierweise
HISTOFOX. 2026. „Quellenkritik“. HISTOFOX. Das Informations-, Lern- und Lehrportal für Datenkompetenzen in den historisch arbeitenden Disziplinen. NFDI4Memory und Freie Universität Berlin. https://histofox.4memory-dataliteracy.de/glossar/quellenkritik/
