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ArtikelPersistente Identifikatoren (PIDs)

Persistente Identifikatoren (PIDs)

Übersicht

In diesem Artikel geht es um die Verwendung von Persistenten Identifikatoren. Es wird aufgezeigt, welche Vorteile durch die Nutzung entstehen, für welche Objekte und Zwecke Persistente Identifikatoren eingesetzt werden und wie diese strukturell aufgebaut sind.

Definition

Ein persistenter Identifikator ist ein dauerhafter, digitaler Kennzeichner aus numerischen und/oder alphanumerischen Zeichen, der einem digitalen Objekt, einer Person oder Institution eindeutig zugeordnet ist und dessen verlässliche Referenzierung ermöglicht (forschungsdaten.info 2026).

Einführung

Forschung (in den historisch arbeitenden Disziplinen) ist in hohem Maße auf die langfristige Nachvollziehbarkeit und Nachnutzbarkeit von Quellen, Daten und Forschungsergebnissen angewiesen. Digitale Ressourcen spielen dabei eine zunehmend zentrale Rolle, von digitalen Editionen und Datenbanken über Forschungsdaten bis hin zu Publikationen und Forschungssoftware. Damit diese Ressourcen auch über längere Zeiträume hinweg zuverlässig auffindbar und eindeutig referenzierbar bleiben, sind stabile und eindeutige Identifikationsmechanismen erforderlich. Hierzu leisten persistente Identifikatoren'Ein Persistent Identifier (PID) (auf Deutsch: dauerhafter Identifikator) ist ein dauerhafter, digitaler Code, der einer digitalen Ressource wie z. B. einem Datensatz, einem wissenschaftlichen Artikel oder einer anderen Veröffentlichung direkt zugeordnet ist und diese damit permanent identifizier- und auffindbar macht. Im Gegensatz zu anderen seriellen Identifikatoren (beispielsweise URL-Adressen) verweist ein Persistent Identifier auf das Objekt selbst und nicht auf seinen Standort im Internet. Ändert sich der Standort eines mit einem Persistent Identifier assoziierten digitalen Objekts, so bleibt der Identifikator derselbe. Es muss lediglich in der Identifikator-Datenbank der URL-Standort geändert oder ergänzt werden. So wird sichergestellt, dass ein Datensatz dauerhaft auffindbar, abrufbar und zitierbar bleibt (Forschungdaten.info 2023). Weiterlesen (PIDs) einen wesentlichen Beitrag. Sie schaffen verlässliche Bezugspunkte, mit denen etwa digitale Objekte, Personen oder Institutionen eindeutig identifiziert werden können, auch dann, wenn sich z. B. URLs, Bezeichnungen, institutionelle Zuständigkeiten oder technische Infrastrukturen ändern. Im Folgenden werden die für den wissenschaftlichen Kontext relevantesten PIDs vorgestellt.

PID für digitale Objekte

Unter digitalen Objekten verstehen wir in diesem Kontext persistente, referenzierbare Einheiten im Forschungsprozess, wie z. B. Forschungsdaten (Rohdaten, verarbeitete Datensätze), Digitalisate, Publikationen, Bilder, etc., die eigenständig zitiert, geteilt oder nachgenutzt werden sollen.

Zum Arbeiten im wissenschaftlichen Bereich gehört das Teilen von Ergebnissen zum Arbeitsalltag. Sei es die Veröffentlichung der Abschlussarbeit, das Publizieren der Doktorarbeit oder das Einreichen von Beiträgen zu Fachtagungen. Heutzutage werden diese Ergebnisse überwiegend zusätzlich digital oder ausschließlich digital bereitgestellt. Um diese digitalen Objekte eindeutig zu kennzeichnen, hat sich ein Standard bewährt, der Digital Object Identifier'Die Abkürzung DOI steht für Digital Object Identifier und ist ein eindeutiger und dauerhafter (persistenter) Identifikator für digitale Objekte, z. B. für Artikel und Beiträge in wissenschaftlichen Veröffentlichungen aber auch Veröffentlichungen von Vorträgen und Lehrmaterialien. Ein DOI muss initial in der zentralen Datenbank, der International DOI Foundation, registriert werden siehe: https://www.doi.org/. Weiterlesen (DOI). Er ist in seiner Funktion vergleichbar mit der ISBN von Buchpublikationen.

Grafik: Aufbau einer DOI, Laura Döring, 2026, lizenziert unter CC BY-SA 4.0

Neben der DOI gibt es einen zweiten etablierten Identifier für digitale Objekte, der Uniform Resource Name (URN)Eine URN ist ähnlich wie eine DOI ein Persistenter Identifikator, der digitale Ressourcen unabhängig von ihrem Speicherort eindeutig identifiziert. Anders als bei einer URL bleibt sie also dauerhaft erhalten, unabhängig davon, wo die Ressource derzeit gespeichert ist oder in Zukunft gespeichert werden wird. Im deutschsprachigen Raum werden URNs in erster Linie von der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) vergeben, die jedes in ihrem Bestand archivierte digitale Objekt (z. B. Publikationen und Datensätze) mit einer URN kennzeichnet. Weiterlesen der Deutschen Nationalbibliothek. Ähnlich wie eine DOI ermöglicht die Verwendung einer URN ebenfalls eine dauerhafte Referenzierung digitaler Objekte.1Ein nennenswerter Unterschied hierbei ist die Art der Verwaltung. Während eine URN von der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) vergeben wird, können DOIs bei unterschiedlichen Registrierungsagenturen angefragt werden. Die für den deutschen Raum relevanten DOI-Verwaltungsdienste sind Data Cite und CrossRef (PID Kompetenzzentrum 2026).

PID für Personen

Gerade bei Personennamen kommt es häufig zu Verwechslungen und Dopplungen, z. B. wenn mehrere Forschende denselben Namen tragen oder Namensänderungen durch Heirat oder Institutionswechsel die eindeutige Zuordnung erschweren. Solche Ambiguitäten können dazu führen, dass Publikationen falsch zugeordnet werden oder Kontaktaufnahmen ins Leere laufen.
Für lebende Forschende bietet die Open Researcher and Contributor IDDie Open Research and Contributor-ID (ORCID) ist ein international anerkannter persistenter Identifikator, mit dessen Hilfe Forschende eindeutig identifiziert werden können. Die ID kann dauerhaft sowie institutionsunabhängig von Forschenden für ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen verwendet werden. Sie besteht aus 16 Ziffern, die in vier Viererblöcken dargestellt sind (z.B. 0000-0002-2792-2625). Die ORCID-ID ist als Identifizierungsnummer bei zahlreichen Verlagen, Universitäten und wissenschaftsnahen Einrichtungen etabliert und wird in den Workflow z. B. bei der Begutachtung von Zeitschriftenartikeln integriert Eine ORCID kann unter https://orcid.org/ kostenfrei erstellt werden.. Weiterlesen (ORCiD) Abhilfe: Nach dem Anlegen eines Accounts wird jeder Person eine eindeutige Ziffernkennung zugewiesen. Über diese sog. ORCiD können Publikationen, Datensätze und weitere wissenschaftliche Beiträge eindeutig einer Person zugewiesen werden, unabhängig von etwa Namensänderungen oder Institutionswechseln.2Im deutschsprachigen Raum hat sich die Verwendung einer ORCiD etabliert. Immer mehr Plattformen wie beispielsweise Repositorien (Zenodo) oder Videoplattformen (TIB AV Portal) bieten die Möglichkeit eine Art von Identifikator anzugeben.
Für historische Persönlichkeiten sowie zeitgenössische Personen aus Politik, Kultur oder Gesellschaft kommen Normdateien zum Einsatz. Sie ermöglichen die eindeutige Identifikation von Personen unabhängig von Namensschreibweise oder Sprache. So trägt etwa der Trierer Philosoph Karl Marx (GND 118578537) dieselbe Namensform wie der Komponist Karl Marx (GND 118731521) – ohne Normdaten-ID wäre eine eindeutige Zuordnung von Quellen und Werken schlicht nicht möglich. Zu den wichtigsten Normdateien im Bereich Personen zählen die Gemeinsame Normdatei (GND) Die Gemeinsame Normdatei (GND) ist eine deutschsprachige Normdatei, die von der Deutschen Nationalbibliothek zusammen mit Partnern aus den deutschsprachigen Bibliotheksverbünden und weiteren Einrichtungen gepflegt wird. Sie umfasst Einträge zu einer breiten Auswahl an Entitäten aus den Bereichen Personen, Körperschaften, Konferenzen, Geografika, Sachbegriffen und Werken (Gemeinsame Normdatei (GND) 2025). Weiterlesender Deutschen Nationalbibliothek, die besonders in deutschsprachigen Forschungs- und Bibliotheksinfrastrukturen verbreitet ist, sowie das Virtual International Authority File (VIAF), das Normdaten'Normdaten bilden Identifikationen und standardisierte normierte Datensätze in Form von eindeutigen Nummern, anhand derer Personen, Werke, Institutionen, Forschungsförderer, Körperschaften oder Schlagwörter eindeutig beschrieben und zuordenbar werden. Eine fälschliche oder doppelte Zuordnung entfällt durch diese normierten Daten. Insbesondere in Katalogen und Datenbanken können durch Normdaten Informationen zu bestimmten Entitäten vereinfacht herausgefunden werden, wodurch eine digitale Vernetzung und Auffindbarkeit zwischen Projekten stattfinden kann. Weiterlesen verschiedener Nationalbibliotheken international zusammenführt.

PID für Organisationen

Universitäten, Forschungseinrichtungen, Archive oder Gedächtnisinstitutionen spielen in nahezu allen Phasen des Forschungsprozesses eine Rolle: als Arbeitgeber, Förderempfänger, Datenhalter oder Affiliation in Publikationen. Gleichzeitig treten sie unter sehr unterschiedlichen Namen auf:

  • verschiedene Sprachversionen,
  • Abkürzungen und Langformen,
  • historische Namensänderungen oder Fusionen.

Ohne einen persistenten Identifikator ist eine eindeutige Zuordnung dieser Varianten kaum möglich. Die Research Organization Registry (ROR)ROR ist ein globales, gemeinschaftlich betriebenes Register zur eindeutigen Identifizierung institutioneller Akteure in der Wissenschaft. Jedem Eintrag wird ein Persistenter Identifikator zugewiesen, der die eindeutige und dauerhafte Verknüpfung von Forschungseinrichtungen mit Forschungsergebnissen und Forschenden ermöglicht – unabhängig von Namensänderungen oder organisatorischen Umstrukturierungen – wodurch deren Auffindbarkeit und Rückverfolgbarkeit vereinfacht wird. ROR erweitert somit andere Persistente Identifikatoren um eine institutionelle Dimension und wird von Einrichtungen wie Crossref, DataCite und ORCiD unterstützt. Die ROR-Daten stehen unter einer offenen Lizenz zur freien Nachnutzung zur Verfügung und werden ebfenfalls in Publikationssystemen für Zeitschriften, Datenrepositorien und anderen Forschungsinfrastrukturen genutzt.Eine ROR-Kennung kann unter https://ror.org/registry/ kostenfrei erstellt werden. Weiterlesen weist jeder Organisation eine eindeutige Kennung zu und ist insbesondere im Kontext von Forschungsinfrastrukturen und Metadatenstandards'Metadatenstandards dienen der einheitlichen Beschreibung von ähnlichen Daten durch Metadaten. Sie legen die Begriffe und Bedeutungen, sowie Struktur und Aufbau als Standard für z. B. eine bestimmte Fachdisziplin fest. Metadatenstandards fördern so die Auffindbarkeit von Daten und unterstützen die Interoperabilität zwischen Anwendungen, also den Austausch, den Vergleich und die Verknüpfung von Datensätzen Ein verbreiteter Metadatenstandard ist der Dublin Core (siehe folgendes Beispiel: https://www.dublincore.org/specifications/dublin-core/dcmi-terms/)..' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen weit verbreitet. Ergänzend bieten Normdateien wie die GND und VIAF auch für Organisationen (z. B. Behörden, historische Körperschaften, Gruppen oder aufgelöste Institutionen) normierte Einträge, die vor allem in bibliothekarischen und geisteswissenschaftlichen Kontexten genutzt werden.

PID für Geografika

Orte, Regionen und andere geografische Einheiten treten im Forschungskontext in vielfältigen Varianten auf: unterschiedliche Schreibweisen, Sprachversionen, historische Namensänderungen oder administrative Neugliederungen erschweren die eindeutige Zuordnung erheblich. So bezeichnet „Königsberg" und „Калининград" (Kaliningrad) heute denselben Ort. Ohne eindeutigen Identifikator ist eine systemübergreifende Verknüpfung entsprechender Quellen und Forschungsdaten kaum möglich. Der GeoNames-Dienst bietet für eine Vielzahl geografischer Objekte weltweit persistente Identifikatoren. Für historische und bibliothekarisch relevante Geografika, wie etwa aufgelöste Territorien, historische Ortsnamen oder administrative Einheiten vergangener Epochen, bieten erneut ergänzend die GND und VIAF normierte Einträge, die eine langfristige Referenzierbarkeit sicherstellen.

Motivation

Wer Forschungsergebnisse veröffentlicht, steht vor einem grundlegenden Problem: Namen ändern sich, Webseiten verschwinden, Institutionen fusionieren. Was heute eindeutig scheint, kann morgen schwer auffindbar oder falsch zugeordnet sein und was gestern online publiziert wurde, ist ohne stabile Referenz heute oft kaum noch verlässlich nachzuweisen. Dieses Problem betrifft nicht nur aktuelle Forschung, sondern auch den Umgang mit historischen Quellen, Personen und Orten, deren Bezeichnungen sich über Jahrhunderte hinweg verändert haben. Persistente Identifikatoren (PIDs) lösen dieses Problem, indem sie Personen, Objekte, Orte und Organisationen mit einer dauerhaften, eindeutigen digitalen Kennung versehen, unabhängig von Namensvarianten, Institutionswechseln, historischen Umbenennungen oder veränderten Webadressen.
Für Forschende bedeutet das konkret: Ihre Publikationen, Datensätze und anderen wissenschaftlichen Beiträge sind durch die PID zuverlässig auffindbar und klar ihrer Person zugeordnet – heute und in Zukunft. Besonders beim Einsatz digitaler Methoden, z. B. bei der automatisierten Auswertung großer Datenbestände oder der Verknüpfung heterogener Quellen, ist eine eindeutige Zuordnung von Entitäten unerlässlich: Werden dieselbe Person, derselbe Ort oder dieselbe Institution unter verschiedenen Bezeichnungen geführt, können Analyseergebnisse systematisch verzerrt werden oder schlicht falsch sein. PIDs schaffen hier die notwendige Grundlage für methodisch belastbare Forschung.
Darüber hinaus wird die Pflege des eigenen Forschungsprofils bei ORCiD zunehmend automatisiert: Bibliotheken und Verlage speisen ORCiD-Profile heute immer öfter automatisch mit neuen Publikationen, sobald diese gemeldet werden. Gleichzeitig werden immer mehr Institutionen ORCiD-Mitglied, um die Daten ihrer Forschenden direkt abzurufen, etwa um Forschungsprofile auf institutionellen Webseiten automatisiert auszugeben oder Forschungsinformationssysteme zu befüllen. Für Forschende bedeutet das weniger manuellen Pflegeaufwand, insbesondere bei Institutionswechseln.
Gleichzeitig sind PIDs ein zentrales Werkzeug zur Umsetzung der FAIR-Prinzipien'Die FAIR-Prinzipien wurden 2016 erstmals von der FORCE 11-Community (The Future of Research Communication and e-Scholarship) entwickelt. FORCE11 ist eine Gemeinschaft von Wissenschaftlern, Bibliothekaren, Archivaren, Verlegern und Forschungsförderern, die durch den effektiven Einsatz von Informationstechnologie einen Wandel in der modernen wissenschaftlichen Kommunikation herbeiführen und so eine verbesserte Wissenserstellung und -weitergabe unterstützen will. Das primäre Ziel liegt in der transparenten und offenen Darlegung wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse. Demnach sollten Daten online findable (auffindbar), accessible (zugänglich), interoperable (kompatibel) und reusable (wiederverwendbar) abgelegt und strukturiert sein. Ziel ist es, Daten langfristig aufzubewahren und im Sinne der Open Science und des Data Sharing für eine Nachnutzung durch Dritte bereitzustellen. Genaue Definitionen der FORCE11 selbst können auf der Website nachgelesen werden siehe: https://force11.org/info/the-fair-data-principles/. Die FAIR-Prinzipien berücksichtigen ethische Aspekte der Weitergabe von Daten in sozialwissenschaftlichen Kontexten nicht hinreichend, weshalb sie um die CARE-Prinzipien ergänzt wurden.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen, da sie Forschungsergebnisse auffindbar machen. Wer PIDs konsequent einsetzt, stärkt damit nicht nur die eigene wissenschaftliche Sichtbarkeit, sondern trägt aktiv zu Transparenz und nachhaltiger Forschungspraxis bei.
PIDs sind darüber hinaus eine zentrale Grundlage für Linked Open Data'Linked Open Data' bezeichnet strukturierte, maschinenlesbare Daten, die im Internet unter offenen Lizenzen frei zugänglich sind. Sie folgen den vier von Tim Berners-Lee formulierten Linked-Data-PrinzipienAusführlichere Informationen zu den Linked-Data-Prinzipien finden Sie unter: https://handbook.opendata.swiss/de/content/glossar/bibliothek/linked-open-data.html, wonach Ressourcen mittels URIs identifiziert und mit anderen Datensätzen verknüpft werden. Weiterlesen: Indem Personen, Orte, Körperschaften und digitale Objekte mit eindeutigen Identifikatoren versehen werden, können Forschungsdaten maschinenlesbar miteinander über Projektgrenzen, Institutionen und Disziplinen hinweg in Beziehung gesetzt werden. Forschungsdaten werden dadurch nicht nur zitierfähig, sondern aktiv vernetzbar und für die Nachnutzung durch andere erschlossen.

Vorgehen

Der folgende Abschnitt behandelt relevante Fragen wie:

  • Woher bekomme ich einen PID?
  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
  • Kostet es etwas einen PID zu beantragen?

DOI und URN

Ich möchte eine DOI für mein Forschungsdatum erstellen, was muss ich tun?
Der einfachste Weg, als Forscher*in dem eigenen wissenschaftlichen Beitrag eine DOI zuzuweisen, ist die Veröffentlichung der Arbeit in einem (fachspezifischen) Repositorium. Repositorien arbeiten (vereinfacht dargestellt) mit DOI-Registrierungsagenturen zusammen und bieten beim Einstellen des eigenen Beitrags an, eine DOI zu generieren.3Einrichtungen in Deutschland können sich an die vier deutschen Mitglieder von Data Cite wenden (GESIS, TIB, ZB MED und ZBW), um eine kostenfreie DOI-Vergabe zu nutzen. Data Cite ist eine gemeinnützige Organisation, die DOIs für die Forschungsgemeinschaft bereitstellt (PID Kompetenzzentrum 2026).

Screenshot: DOI-Vergabe durch das Repositorium Zenodo, 2026, lizenziert unter CC-BY 4.0 International

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?
Als Nutzer*in müssen keine spezifischen Voraussetzungen erfüllt werden. 

Kostet es etwas eine DOI zu beantragen?
Für Einzelpersonen fallen beim Beantragen einer DOI in der Regel keine direkten Kosten an: Die Vergabe ist üblicherweise Bestandteil des jeweiligen Repositoriumsdienstes und damit in dessen Angebot integriert. Ob die Nutzung des Repositoriums selbst kostenpflichtig ist, hängt vom Anbieter ab. Viele institutionelle und fachspezifische Repositorien sind jedoch kostenlos zugänglich..

ORCiD

Woher bekomme ich eine ORCiD ?
Um eine ORCiD zu erhalten ist es notwendig sich auf der ORCiD-Plattform zu registrieren. Nach erfolgreicher Registrierung wird die 16-stellige ID automatisch generiert.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?
Zur Anmeldung wird lediglich eine gültige E-Mail-Adresse benötigt.4Gerade im wissenschaftlichen Bereich ist die Verwendung einer privaten E-Mail-Adresse bei der Registrierung sinnvoll, weil diese unabhängig vom aktuellen Arbeitgeber ist.

Kostet es etwas sich bei ORCiD anzumelden?
Nein, es fallen keine Registrierungs- bzw. Nutzungskosten für Einzelpersonen an.

ROR

Wie erstelle ich eine ROR-Kennung für meine Einrichtung?
Um die eigene Einrichtung mit einer RORROR ist ein globales, gemeinschaftlich betriebenes Register zur eindeutigen Identifizierung institutioneller Akteure in der Wissenschaft. Jedem Eintrag wird ein Persistenter Identifikator zugewiesen, der die eindeutige und dauerhafte Verknüpfung von Forschungseinrichtungen mit Forschungsergebnissen und Forschenden ermöglicht – unabhängig von Namensänderungen oder organisatorischen Umstrukturierungen – wodurch deren Auffindbarkeit und Rückverfolgbarkeit vereinfacht wird. ROR erweitert somit andere Persistente Identifikatoren um eine institutionelle Dimension und wird von Einrichtungen wie Crossref, DataCite und ORCiD unterstützt. Die ROR-Daten stehen unter einer offenen Lizenz zur freien Nachnutzung zur Verfügung und werden ebfenfalls in Publikationssystemen für Zeitschriften, Datenrepositorien und anderen Forschungsinfrastrukturen genutzt.Eine ROR-Kennung kann unter https://ror.org/registry/ kostenfrei erstellt werden. Weiterlesen-ID auszeichnen zu lassen, muss für die Aufnahme in das Register eine Anfrage an die ROR gestellt werden.5Prinzipiell kann jede Person, unabhängig, ob diese Teil der einzutragenden Einrichtung ist, eine Registrierungsanfrage stellen (Research Organization Registry (ROR) 2026). Die Angaben werden von Mitarbeiter*innen überprüft und bei erfolgreicher Registrierung wird die Kennung der Einrichtung zugesendet. Die eigene Einrichtung ist dann über die ROR-Suche auffindbar. 

Screenshot: ROR-Eintrag am Beispiel der Universität Trier, 2026, lizenziert unter CC-BY 4.0 International

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?
Um in die Datenbank der ROR aufgenommen zu werden, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Kriterien zur Aufnahme können hier nachgelesen werden. 

Ist die Registrierung der eigenen Einrichtung mit Kosten verbunden?
Nein, für die Registrierung fallen keine Kosten an. 

GND (Personen, Körperschaften, Geografik)

Wie wird ein neuer GND-Eintrag erstellt?
Für Personen und Körperschaften können Forschende neue Einträge über das GND-Webformular der Deutschen Nationalbibliothek selbst melden. Es gibt sehr genaue Vorgaben, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um neue Personen oder Körperschaften anlegen zu können.6Siehe hierzu die Anleitung. GND-Webformular zur Erfassung von Personen und Körperschaften in der GND https://dokumente.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/2526/file/Anleitung_GND-Webformular_BSZ-LABW_2022-02.pdf

Für Geografika existiert aktuell kein eigenes Webformular; hier empfiehlt es sich, die Bibliothek der eigenen Institution anzusprechen, die den Kontakt zu einem angeschlossenen Bibliotheksverbund herstellen kann oder gar selbst neue Einträge vornehmen kann.

Wie kann ein bestehender GND-Eintrag angepasst werden?
Korrekturen und Ergänzungen an bestehenden Einträgen können ebenfalls über das GND-Webformular gemeldet werden. Aber auch hier ist es ratsam, sich an die eigene Bibliothek zu wenden, die die Anpassung vermitteln oder direkt durchführen kann.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Die Nutzung des GND-Webformulars setzt eine einmalige Registrierung sowie die Anbindung an eine GND-Agentur voraus, die die Qualitätssicherung der eingegebenen Datensätze übernimmt. Diese Aufgabe übernimmt üblicherweise die eigene Bibliothek, gegebenenfalls auch die regionale Landes- oder Universitätsbibliothek oder die Verbundredaktion eines Bibliotheksverbunds. Eine Übersicht der GND-Agenturen und ihrer Zuständigkeiten findet sich auf der GND-Netzwerk-Seite. Daher ist es ratsam, sich als Forschende*r frühzeitig an eine Bibliothek zu wenden.

Kostet es etwas einen, GND-Eintrag anlegen oder überarbeiten zu lassen?
Das Anlegen und Bearbeiten von GND-Einträgen ist kostenlos. Der eigentliche Aufwand liegt im Erlernen der zugrundeliegenden Regelwerke und der Zugangsbeschränkungen, weshalb die Kooperation mit der Institutsbibliothek sinnvoll ist.

GeoNames

Wie wird ein neuer GeoNames-Eintrag erstellt?
Neue Ortsnamen können direkt über die Bearbeitungsoberfläche auf geonames.org hinzugefügt werden: Forschende navigieren auf der Karte zur gewünschten Position, machen einen Rechtsklick und wählen im Kontextmenü die Option „Insert new name here". Es öffnet sich ein Eingabeformular, in dem Name, Featureklasse und weitere relevante Informationen eingetragen werden.7Eine ausführliche Anleitung findet sich im Handbuch: https://www.geonames.org/manual.html Vor dem Anlegen sollte geprüft werden, ob der Eintrag bereits vorhanden ist, um Dubletten zu vermeiden.

Wie kann ein bestehender GeoNames-Eintrag angepasst werden?
Bestehende Einträge lassen sich über das Informationsfenster eines Ortsmarkers direkt bearbeiten: Grundinformationen wie Name, Bevölkerungszahl oder Höhenangaben können ergänzt werden, Koordinaten lassen sich korrigieren, und alternative Schreibweisen oder Namensvarianten in verschiedenen Sprachen können hinzugefügt werden.8Auch hierzu kann im Detail das Handbuch konsultiert werden: https://www.geonames.org/manual.html

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Für das Bearbeiten und Anlegen von Einträgen ist ein kostenloses Nutzerkonto auf geonames.org erforderlich. GeoNames funktioniert als offene, gemeinschaftlich gepflegte Datenbank. Dennoch empfiehlt es sich, bei komplexeren Erfassungsprojekten, etwa im Rahmen von Forschungsvorhaben mit größeren Ortsdatenmengen, Expert*innen einzubeziehen, die Erfahrung mit der strukturierten Nutzung und Erstellung von geografischen Normdaten mitbringen.9Hierzu sei auf die „AG Historische Ortsdaten” verwiesen, https://ortsdaten.hypotheses.org/ 

Kostet es etwas, einen GeoNames-Eintrag anzulegen oder zu überarbeiten?
GeoNames ist eine freie Datenbank, lizenziert unter Creative Commons. Das Anlegen und Bearbeiten von Einträgen ist kostenlos und erfordert lediglich die Registrierung eines Nutzerkontos. Ähnlich wie Wikipedia basiert GeoNames auf zwei Säulen: Finanziell wird der Dienst durch Sponsoring getragen, inhaltlich lebt er vom kollektiven Wissen der weltweiten Nutzergemeinschaft, die Einträge anlegt, korrigiert und ergänzt. Die Qualität der Daten hängt damit unmittelbar davon ab, dass Forschende ihr Wissen aktiv einbringen.

Anwendungsbeispiele

Ein Beispiel für ein gut gepflegtes ORCiD-Profil ist das Profil von Prof. Dr. Stefan Schmunk: https://orcid.org/0000-0001-9706-9757.

ORCiD-Profile bündeln zentrale Informationen zu einer Person, etwa die institutionelle Zugehörigkeit, Publikationen, den akademischen Lebenslauf sowie Forschungsprojekte und Auszeichnungen. Das Profil von Stefan Schmunk zeigt, wie Forschende ihre wissenschaftlichen Arbeiten und ihre berufliche Rolle sichtbar machen können. Durch die Verknüpfung von Publikationen, Projekten und institutionellen Informationen trägt ein solches Profil dazu bei, wissenschaftliche Leistungen eindeutig zuzuordnen und dauerhaft auffindbar zu machen. Zudem ist dieses Profil unabhängig von einer Institutszugehörigkeit und begleitet den*die Forschende ein ganzes Leben lang.

Diskussion

Digitale Objekte (Publikationen, Videos, Digitalisate, etc.) sind fester Bestandteil der (historischen) Forschungslandschaft. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass langfristige Zitierfähigkeit und Auffindbarkeit (im Sinne der FAIR-Prinzipien) keine Selbstverständlichkeit ist. Persistente Identifikatoren (PIDs) bieten etablierte Lösungen an, um Objekte eindeutig zu identifizieren und unabhängig vom Speicherort aufzufinden.

Doch sollte für jedes erstellte Objekt eine PID vergeben werden?
Die Antwort ist eindeutig: Nein. Die Entscheidung für oder gegen einen PID sollte kontextabhängig getroffen werden. Zentrale Fragen sind unter anderem: 

  • Hat das Objekt eine langfristige Relevanz? 
  • Soll es von Dritten zitiert oder nachgenutzt werden? 
  • Ist die verantwortliche Institution in der Lage, die notwendigen Metadaten zu pflegen und die dauerhafte Verfügbarkeit sicherzustellen?

Sind diese Fragen mit Ja zu beantworten, ist die Vergabe eines PIDs ratsam. Dies betrifft vor allem Forschungsergebnisse wie Publikationen, Forschungsdaten und Forschungssoftware.
Dabei ist jedoch zu beachten: Ein PID allein garantiert keine dauerhafte Verfügbarkeit. Wird die dahinterstehende Infrastruktur nicht nachhaltig gepflegt, z. B. weil Metadaten veralten, Institutionen wegfallen oder Verträge mit PID-Anbietern enden, können PIDs ins Leere laufen. Die Vergabe eines PIDs ist daher immer auch eine institutionelle Verpflichtung, die langfristig Verantwortung für das referenzierte Objekt übernimmt.
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, PIDs auch für Entitäten wie Personen, Orte oder Körperschaften anzulegen, selbst wenn kein unmittelbarer Publikationsbezug besteht – nämlich dann, wenn diese Entitäten in anderen Forschungskontexten relevant sein könnten, in Linked-Open-Data'Linked Open Data' bezeichnet strukturierte, maschinenlesbare Daten, die im Internet unter offenen Lizenzen frei zugänglich sind. Sie folgen den vier von Tim Berners-Lee formulierten Linked-Data-PrinzipienAusführlichere Informationen zu den Linked-Data-Prinzipien finden Sie unter: https://handbook.opendata.swiss/de/content/glossar/bibliothek/linked-open-data.html, wonach Ressourcen mittels URIs identifiziert und mit anderen Datensätzen verknüpft werden. Weiterlesen-Strukturen eingebunden werden sollen oder wenn ihre Verknüpfung mit anderen Forschungsdaten eine breitere Nachnutzung ermöglicht.

Ressourcen

ORCiD 

Eine kostenlose, eindeutige und dauerhafte Kennung (PID), die Personen für ihre Forschungs-, Wissenschafts- und Innovationsaktivitäten verwenden können. 

GND

Ein Dienst zur Verwaltung und Nutzung von Normdaten zur Erschließung und Vernetzung unterschiedlicher Informationsressourcen. 

ROR

Globales Register zur eindeutigen Identifikation von Institutionen und Einrichtungen.

GeoNames

GeoNames ist eine frei zugängliche, gemeinschaftlich gepflegte geografische Datenbank, die über 10 Millionen geografische Objekte weltweit mit eindeutigen, persistenten Identifikatoren versieht. Die Daten stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz zur freien Nachnutzung bereit und sind über Webservices und Schnittstellen in Forschungsinfrastrukturen integrierbar.

Endnoten

  • 1
    Ein nennenswerter Unterschied hierbei ist die Art der Verwaltung. Während eine URN von der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) vergeben wird, können DOIs bei unterschiedlichen Registrierungsagenturen angefragt werden. Die für den deutschen Raum relevanten DOI-Verwaltungsdienste sind Data Cite und CrossRef (PID Kompetenzzentrum 2026).
  • 2
    Im deutschsprachigen Raum hat sich die Verwendung einer ORCiD etabliert. Immer mehr Plattformen wie beispielsweise Repositorien (Zenodo) oder Videoplattformen (TIB AV Portal) bieten die Möglichkeit eine Art von Identifikator anzugeben.
  • 3
    Einrichtungen in Deutschland können sich an die vier deutschen Mitglieder von Data Cite wenden (GESIS, TIB, ZB MED und ZBW), um eine kostenfreie DOI-Vergabe zu nutzen. Data Cite ist eine gemeinnützige Organisation, die DOIs für die Forschungsgemeinschaft bereitstellt (PID Kompetenzzentrum 2026).
  • 4
    Gerade im wissenschaftlichen Bereich ist die Verwendung einer privaten E-Mail-Adresse bei der Registrierung sinnvoll, weil diese unabhängig vom aktuellen Arbeitgeber ist.
  • 5
    Prinzipiell kann jede Person, unabhängig, ob diese Teil der einzutragenden Einrichtung ist, eine Registrierungsanfrage stellen (Research Organization Registry (ROR) 2026).
  • 6
    Siehe hierzu die Anleitung. GND-Webformular zur Erfassung von Personen und Körperschaften in der GND https://dokumente.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/2526/file/Anleitung_GND-Webformular_BSZ-LABW_2022-02.pdf
  • 7
    Eine ausführliche Anleitung findet sich im Handbuch: https://www.geonames.org/manual.html
  • 8
    Auch hierzu kann im Detail das Handbuch konsultiert werden: https://www.geonames.org/manual.html
  • 9
    Hierzu sei auf die „AG Historische Ortsdaten” verwiesen, https://ortsdaten.hypotheses.org/ 

Literatur und Quellenangaben

Weitere Literatur

Zitierweise

Döring, Laura und Lemaire, Marina. 2026. „Persistente Identifikatoren (PIDs)“. HISTOFOX. Das Informations-, Lern- und Lehrportal für Datenkompetenzen in den historisch arbeitenden Disziplinen. NFDI4Memory und Freie Universität Berlin. https://histofox.4memory-dataliteracy.de/artikel/persistente-identifikatoren-pids-artikel/