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ToolCATMA

CATMA

Übersicht

Mit CATMA können Texte kollaborativ digital annotiert und analysiert werden. Mit dem ‚Tags‘- und ‚Annotate‘-Modul können flexibel Tagsets erstellt und Texte digital annotiert werden. Das ‚Analyze‘-Modul bietet eine Reihe vordefinierter Analyse-Optionen sowie die Möglichkeit, Texte und Annotationen mithilfe individualisierter Abfragen zu analysieren und auf verschiedene Arten zu visualisieren (Gius et al. 2026).

Methoden und Arbeitstechniken

AnnotierenAnnotieren bezeichnet die Tätigkeit, Informationen über ein digitales Objekt explizit zu machen, indem Notizen, Metadaten, Schlüsselwörter, Tags oder Links hinzugefügt werden. Dies können erklärende Anmerkungen sein, die einen Abschnitt kommentieren oder kontextualisieren, strukturelle oder sprachliche Informationen explizit machen, mit offenen Daten verknüpfen, die die Beziehungen zwischen Objekten maschinenlesbar machen, oder allgemeine Metadaten, die das Objekt als Ganzes beschreiben. Eine spezifische Form der Annotation ist die technische Auszeichnung mittels Markup-Sprachen wie z. B. Markdown oder XML (Borek et al 2021). Weiterlesen, DatenvisualisierungVisualisierung bezeichnet die grafische Darstellung von Daten, um Muster, Strukturen oder Trends erkennbar zu machen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Nahezu jede Art von Daten kann in statischen, dynamischen oder interaktiven Formaten dargestellt werden, etwa als Karten, Zeitachsen, Diagramme, Tabellen oder dreidimensionale Modelle (Borek et al). Weiterlesen, Diskursanalyse, InhaltsanalyseDie Inhaltsanalyse bezeichnet die systematische Untersuchung von Objekten hinsichtlich ihrer inhaltlichen Bedeutung, etwa die Identifizierung von Konzepten oder bedeutungstragenden Einheiten (Borek et al 2021). Weiterlesen, Kollaboration, Kollokationsanalyse, Kommentieren, Tagging

Anwendungsbeispiel

Video: Tutorial: CATMA 6 zur digitalen Annotation nutzen, forTEXT & CATMA, 2020, lizenziert unter Standard-YouTube-Lizenz

Steckbrief

  • Systemanforderungen: Webbrowser
  • Stand der Entwicklung: wird weiterentwickelt
  • Herausgeber*innen: Gius, E. et al
  • Lizenz: GNU General Public License, version 3
  • Kosten: kostenlos
  • Weblink: Download unter: www.catma.de
  • Im- und Export:
    • Import: pdf, txt, epub, docx
    • Export: Annotation und Tagsets können direkt als TEI-XML und CSV, über eine REST-API als JSON oder mit Python über GitMA exportiert werden
  • Sprachen: Englisch

Eigenschaften

1. Für welche Fragestellungen kann das Tool eingesetzt werden?

CATMA unterstützt explorative, nicht-deterministische Methoden der Textannotation. Als zugrunde liegendes konzeptionelles Modell dient ein diskursiver, debattenorientierter Ansatz zur Textannotation, der auf den Forschungspraktiken hermeneutischer Disziplinen basiert. CATMA schreibt keine vordefinierten Annotationsschemata oder Regeln wie etwa starre Richtig/Falsch-Taxonomien vor. Das bedeutet, die Nutzer*innen können ihre eigenen individuellen Tag-Sets erstellen, erweitern und kontinuierlich anpassen: Wenn also eine Textstelle mehr als eine Interpretation zulässt, können auch mehrere oder sogar widersprüchliche Annotationen vergeben werden, so dass die Vielfalt und Vielschichtigkeit textueller Phänomene entsprechend den eigenen Bedürfnissen und Fragestellungen erkundet werden kann (Horstmann 2019).

2. Welche Funktionalitäten bietet das Tool?

CATMA ist projektzentriert und erlaubt das Arbeiten mit Texten in allen gängigen Dateiformaten und in den meisten Sprachen, inkl. Sprachen, die von rechts nach links geschrieben werden. Nutzer*innen können ihr eigenes Korpus hochladen, es mit einem Team teilen und kollaborativ an ihm arbeiten. Dabei können beliebig viele Projekte erstellt werden.

Es gibt in CATMA neben dem Projektmodul drei wesentliche Arbeitsbereiche: „Annotate“, „Tags“ und „Analyze“ (CATMA o. A.):

  • „Annotate“: CATMA ermöglicht es, Texte flexibel und sowohl deklarativ als auch taxonomiegetrieben zu annotieren: mehrfach, überlappend, kurz, umfangreich, diskontinuierlich oder sogar in widersprüchlichen Varianten. Mithilfe eines Kommentar-Features können Textstellen oder Annotationen beschrieben oder Anmerkungen dokumentiert werden. Auch der direkte Austausch mit dem Team ist hierüber möglich.
  • „Tags“: CATMA ermöglicht es, eigene – auch taxonomiegetriebene – Tagsets zu entwickeln oder ein bestehendes zu importieren. Die Textinterpretation kann bottom-up oder top-down vor dem Hintergrund einer vordefinierten Theorie und Taxonomie entwickelt werden.
  • Im quantifizierenden „Analyze“-Modul bietet CATMA eine normalsprachliche Unterstützung bei der Erstellung von Textanalyse-Queries sowie eine Auswahl an verschiedenen interaktiven Visualisierungen (KeyWord in Context (KWIC), Word- oder Tagcloud, Distribution Graph und DoubleTree). Jede Visualisierung bietet den direkten Weg zurück zum Ausgangstext.

3. Ist das Tool für DH-Einsteiger*innen geeignet?

Checkliste√ / teilweise / –
Grafische Benutzeroberfläche√ 
Intuitive Bedienbarkeit√ 
Leichter Einstieg√ 
Handbuch vorhanden√ 
Videotutorials√ 
Gibt es eine Nutzerbetreuung?√ 

4. Unterstützt das Tool kollaboratives Arbeiten?

☒  ja☐  nein

CATMA ermöglicht das kollaborative Arbeiten in Projekten. Projekte können mit beliebig vielen anderen Nutzer*innen geteilt werden. Dabei gibt es drei Rollen mit unterschiedlichen Berechtigungen (Owner, Partner und Assistant), die je Projekt eingestellt werden können1Unter Roles and Permissions sinddie Berechtigungen nach Rolle aufgelistet: https://catma.de/documentation/roles-and-permissions/. Für größere Teams können auch Gruppen angelegt werden, womit die Rechteverwaltung für mehrere Nutzer*innen gleichzeitig möglich ist.

5. Hinweise zur Sicherheit

CATMA wird an der TU Darmstadt gehostet. Die Anwendungsdaten liegen in der Infrastruktur der TU Darmstadt und werden dementsprechend nach hohen Standards gesichert. Genauere Infos können Sie in der Datenschutzerklärung von CATMA einsehen.

Tutorials

Praktische Übung

Als umfassender Einstieg in das Annotieren von Texten dient die Lerneinheit „Manuelle Annotation mit CATMA”, bei der mit dem Beispiel von Franz Kafkas Erstes Leid (1924) gearbeitet wird: https://journal.fortext.org/article/id/3750/ (Horstmann 2024a).

Für einen Einstieg in das Analysiere und Visualisieren von Annotation dient die Lerneinheit „Lerneinheit: Analyse und Visualisierung mit CATMA”, die ebenfalls mit Franz Kafkas Erstes Leid (1924) als Beispiel arbeitet: https://journal.fortext.org/article/id/3752/ (Horstmann 2024b).

Endnoten

Literatur und Quellenangaben

Weitere Literatur

  • Janina, Jacke, Malte Meister, Alina Klein, Darsana Chitaranjan, Larissa Kranewitter-Call und Kristina Becker. 2026. „Compact Manual“. CATMA. Zuletzt aufgerufen am 14. August 2026. https://catma.de/how-to/compact-manual/ 

Zitierweise

von Detten, Immanuel, Meister, Malte und Messner, Stefanie. 2026. „CATMA“. HISTOFOX. Das Informations-, Lern- und Lehrportal für Datenkompetenzen in den historisch arbeitenden Disziplinen. NFDI4Memory und Freie Universität Berlin. https://histofox.4memory-dataliteracy.de/tools/catma/