Vorgehen
Die Maßnahmen und Strategien des FDMs umfassen folgende Bereiche, auf die in den weiteren Artikeln vertiefend eingegangen wird:
- Planung des Forschungsvorhabens und der Datengenerierung (Feldaufenthalt), sowie das Erstellen eines Datenmanagementplans (DMP)'Ein Datenmanagementplan (DMP) beschreibt und dokumentiert den Umgang mit den Forschungsdaten und Forschungsmaterialien einer Forschung während und nach der Projektlaufzeit. Im DMP wird festgehalten, wie die Daten und Materialien entstehen, aufbereitet, gespeichert, organisiert, veröffentlicht, archiviert und ggf. geteilt werden. Zudem werden im DMP Verantwortlichkeiten und Rechte geregelt. Als 'living document' (also ein dynamisches Dokument, das sich fortlaufend in Bearbeitung und Veränderung befindet) wird der DMP im Laufe des Projektes regelmäßig geprüft und bei Bedarf angepasst.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen
- (Digitale) Aufzeichnungsstrategien
- Maßnahmen zum Schutz von personenbezogenen Daten
- Aufbereitung, Auswertung, Analyse von Daten
- Datendokumentation'Forschungsdaten bilden nicht nur die Basis wissenschaftlicher Veröffentlichungen der jeweiligen Forscher*innen, sondern werden in vielen Fällen anderen zugänglich gemacht. Dies setzt voraus, dass Forschungsdaten verständlich dokumentiert sind. Unverzichtbar wird dies, wenn eine Datenpublikation beabsichtigt ist. Eine zentrale Rolle für das Finden, Durchsuchen und Nutzen von Forschungsdaten spielen Metadaten, also Daten, die strukturierte Informationen über andere Daten enthalten. In verschiedenen Wissenschaftskreisen haben sich für die Dokumentation in Form von Metadaten sogenannte Metadatenstandards etabliert, die Konventionen für die Beschreibung und Dokumentation von Forschungsdaten über Metadaten festlegen. Weiterlesen
- Datenpublikation
- LangzeitarchivierungArchivierung meint das Aufbewahren und Zugänglichmachen von Forschungsdaten und -materialien. Das Ziel der Archivierung ist es, den Zugang zu Forschungsdaten über einen längeren Zeitraum hinweg zu ermöglichen. So können zum einen archivierte Forschungsdaten durch Dritte für eigene Forschungsfragen als Sekundärdaten nachgenutzt werden. Zum anderen bleiben Forschungsverläufe so nachprüfbar und nachvollziehbar. Daneben gibt es auch die Langzeitarchivierung (LZA), welche die langfristige Nutzbarkeit über einen nicht definierten Zeitraum hinweg sicherstellen soll. Die LZA zielt auf Erhalt der Authentizität, Integrität, Zugänglichkeit und Verständlichkeit von Daten ab. Weiterlesen und Nachnutzungsszenarien'Eine Nachnutzung, oftmals auch Sekundärnutzung genannt, befragt bereits erhobene und veröffentlichte Forschungsdatensätze erneut mit dem Ziel, andere Erkenntnisse, möglicherweise aus einer neuen oder unterschiedlichen Perspektive, zu erhalten. Die Aufbereitung von Forschungsdaten für eine Nachnutzung erfordert einen erheblich höheren Anonymisierungs-, Aufbereitungs- und Dokumentationsaufwand als die bloße Archivierung im Sinne von Datenspeicherung.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen
Die Maßnahmen und Strategien des FDMs umfassen folgende Bereiche, auf die in den weiteren Artikeln vertiefend eingegangen wird:
- Planung des Forschungsvorhabens: Entwicklung des Arbeitsprogramms anhand der Ziele und Methoden unter Berücksichtigung des Datenmanagements und dessen Dokumentation in einem Datenmanagementplan (DMP)
- Datenorganisation (z. B. Speichersysteme, Ablageordnung, Kollaboration, Zugriffssteuerung, Data Policy)
- Quellensammlungsstrategien (z. B. Recherche, Repositorien'Ein Repositorium bildet einen Ort der Aufbewahrung wissenschaftlicher Dokumente. In Online-Repositorien werden Publikationen digital gespeichert, verwaltet und mit persistenten Identifikatoren versehen. Die Katalogisierung vereinfacht die Suche und Nutzung von Publikationen und Autor*innen. In den meisten Fällen sind Dokumente in Online-Repositorien uneingeschränkt und offen zugänglich (Open Access).' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen, DigitalisierungBei der Digitalisierung werden analoge Materialien in digitale Formate, sogenannte Digitalisate, überführt. Diese Formate können weitergegeben, gespeichert, archiviert und maschinell verarbeitet werden. Weiterlesen, Aufzeichnung von Oral History Interviews)
- Datenerhebung und -erschließung (z. B. Datenmodellierung, automatisierte Erschließungsverfahren, Metadatenstandards, digitale Quellenkritik, Korpusbildung)
- Aufbereitung, Analyse, Auswertung, Visualisierung und Interpretation von Daten durch (digitale) Methoden und mit Hilfe von Softwaretools
- Datenqualität'Im Zuge des digitalen Wandels wächst die Vielfalt an Methoden und Verfahren zur Erzeugung, Verarbeitung und Verbreitung von Daten rasant. Je mehr Entscheidungen auf Grundlage von digitalen Daten getroffen werden, desto wichtiger werden Fragen nach deren Herkunft und Qualität. Die Qualitätssicherung von Forschungen gehört zu jeder guten wissenschaftlichen Praxis und sichert wiederum die Wissenschaftlichkeit. Weiterlesen durch Daten- und Prozessdokumentation und Verwendung von (Meta)Datenstandards (z. B. TEITEI (Text Encoding Initiative) bezeichnet sowohl eine Organisationsiehe unter: https://tei-c.org/ als auch ein gleichnamiges Dateiformat. Letzteres basiert auf XML (Extensible Markup Language), einer weit verbreiteten Auszeichnungssprache, und hat sich in den Geisteswissenschaften als Standard zur Kodierung und Auszeichnung von Texten durchgesetzt. Mit Hilfe von TEI ist es möglich, maschinenlesbar Elemente eines Textes auszuzeichnen, wie beispielsweise Absätze oder Überschriften.Die Spezifikation von TEI - auch Guidelines genannt - kann unter https://tei-c.org/release/doc/tei-p5-doc/en/html/index.html eingesehen werden. Zudem können Inhalte wie Personen- oder Ortsnamen als solche markiert und Anmerkungen eines kritischen Apparates eingefügt werden. Im Hinblick auf das Forschungsdatenmanagement ist es vorteilhaft, dass es sich bei TEI um ein Nur-Text-Format handelt, es also auch ohne spezielle Programme von Menschen interpretiert werden kann. Weiterlesen, EAD, CEI, DDI)
- Recht (Urheber-'Das Urheberrecht (UrhG) schützt bestimmte geistige Schöpfungen (Werke) und Leistungen. Unter Werke fallen Sprachwerke, Lichtbild-, Film- und Musikwerke sowie Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte 2021, §2). Die künstlerischen, wissenschaftlichen Leistungen von Personen oder die getätigte Investition gelten dagegen als schützenswerte Leistungen (Leistungsschutzrecht). Der*die Urheber*in ist berechtigt, das Werk zu veröffentlichen und zu verwerten.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen, Nutzungs- und Archivrecht, Datenschutz, Lizenzen)
- Datenpublikation (z. B. Rechte, Lizenzen, Repositorienauswahl, PID'Ein Persistent Identifier (PID) (auf Deutsch: dauerhafter Identifikator) ist ein dauerhafter, digitaler Code, der einer digitalen Ressource wie z. B. einem Datensatz, einem wissenschaftlichen Artikel oder einer anderen Veröffentlichung direkt zugeordnet ist und diese damit permanent identifizier- und auffindbar macht. Im Gegensatz zu anderen seriellen Identifikatoren (bspw. URL-Adressen) verweist ein Persistent Identifier auf das Objekt selbst und nicht auf seinen Standort im Internet. Ändert sich der Standort eines mit einem Persistent Identifier assoziierten digitalen Objekts, so bleibt der Identifikator derselbe. Es muss lediglich in der Identifikator-Datenbank der URL-Standort geändert oder ergänzt werden. So wird sichergestellt, dass ein Datensatz dauerhaft auffindbar, abrufbar und zitierbar bleibt (Forschungdaten.info 2023). Weiterlesen)
- Langzeitarchivierung und Nachnutzungsszenarien (Repositorienauswahl)
Bei besonderen Forschungsvorhaben wie Oral History Interviews auch:
- Maßnahmen zum Schutz von personenbezogenen oder sensiblen Daten (z. B. Anonymisierung, informierte Einwilligung, Datenverschlüsselung)
- Umsetzung ethischer Vorgaben
