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LerneinheitDatenmanagementplan

Einführung

Datenmanagementpläne haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt, weil immer mehr Forschungsdaten digital vorliegen, ein reflektiertes Datenmanagement'Beim Forschungsdatenmanagement geht es um einen verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit Forschungsdaten. Anhand spezifischer Maßnahmen und Strategien sollen Forschungsdaten sorgfältig organisiert, gepflegt und aufgearbeitet werden. Ziel ist es, sie im Sinne einer guten wissenschaftlichen Praxis langfristig zu speichern und für Dritte zugänglich und nachnutzbar zu machen. Somit soll eine Überprüfung wissenschaftlicher Aussagen vereinfacht, Nachweise gesichert und weitere Auswertungen und Analysen an den Daten vollzogen werden können.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen zur guten wissenschaftlichen Praxis'Die gute wissenschaftliche Praxis (GWP) bildet einen standardisierten Kodex, der als Regelwerk in den Leitlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verankert ist. Die Leitlinien verweisen auf die ethische Verpflichtung jedes/jeder Forschenden, verantwortungsvoll, ehrlich und respektvoll vorzugehen, auch um das allgemeine Vertrauen in Forschung und Wissenschaft zu stärken. Sie können als Orientierung im Rahmen wissenschaftlicher Arbeitsprozesse geltend gemacht werden.' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen gehört und daher in vielen Leitlinien empfohlen wird. Ob zu Planungszwecken oder der späteren Nachvollziehbarkeit: Alle für ein Projekt geplanten Maßnahmen zum Umgang mit den Daten über den gesamten Lebenszyklus'Das Modell des Forschungsdatenlebenszyklus stellt sämtliche Phasen dar, die Forschungsdaten vom Zeitpunkt der Erhebung bis zu ihrer Nachnutzung durchlaufen können. Die Phasen sind an bestimmte Aufgaben gekoppelt und können variieren (Forschungsdaten.info 2026). Allgemein umfasst der Forschungsdatenlebenszyklus folgende Teilbereiche:  Weiterlesen können in einem solchen meist systematischen Leitfaden festgehalten werden. Dabei kann ein DMP je nach Anwendungsfall zwischen wenigen Absätzen und mehreren Seiten lang sein.

Mittlerweile werden für die Drittmittelvergabe von vielen Forschungsförderern'Förderinstitutionen sind all jene Einrichtungen, die wissenschaftliche Forschung finanziell fördern, also Stiftungen, Vereine oder andere Organisationen. Die meisten dieser Einrichtungen im internationalen Raum haben dabei Richtlinien für das Forschungsdatenmanagement (FDM) von Forschungsprojekten eingeführt, d. h. eine mögliche finanzielle Förderung ist an Bedingungen und Forderungen zum Umgang mit Forschungsdaten geknüpft. Zu den bekanntesten Förderinstitutionen im deutschsprachigen Raum gehören das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) selbst, die Bildungs- und Wissenschaftsministerien der Bundesländer, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Volkswagenstiftung oder der Österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) sowie der Schweizer Nationalfonds (SNF).' (Data Affairs, Glossar) Weiterlesen (z. B. BMBF, DFG, FWF, SNF, Horizon Europe, Volkswagenstiftung) mit dem Antrag auch Angaben zum Umgang mit Forschungsdaten erwartet, wobei die Anforderungen je Förderprogramm stark variieren können. Neben dem kostenfreien Zugang zu den im Projekt entstandenen Forschungsdaten wird dort auch zunehmend die Erstellung und Umsetzung eines DMPs gefordert.1Informationen hierzu gibt es jeweils in den Vorgaben der einzelnen Förderinstitutionen, von denen die Wichtigsten auf dieser Seite gelistet sind: https://forschungsdaten.info/themen/informieren-und-planen/forschungsdatenmanagement-und-forschungsfoerderer/

Ein DMP liegt meist in Form eines Fragebogens vor, der nach Art und Format der Forschungsdaten, deren Entstehungsgeschichte, angewendeter Methoden sowie der Aufbereitung, Speicherung, Organisation, Publikation und der Archivierung der entstandenen Forschungsdaten fragt. Erfasst werden zudem die Verantwortlichkeiten, ebenso wie Angaben zu rechtlichen und ethischen Aspekten, relevanten FDM-Richtlinien sowie zu benötigten Sach- und Personalmitteln.

Da sich im Laufe eines Projekts Änderungen im Forschungsprozess und damit auch im FDM ergeben können, sollte der DMP im Sinne eines lebenden Dokuments gepflegt werden, d. h. dessen Inhalte idealerweise fortlaufend angepasst und konkretisiert werden.

Aber nicht nur bei großen Forschungsprojekten, sondern auch bereits im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit kann es sinnvoll sein, über den eigenen Umgang mit Daten nachzudenken und z. B. schriftlich festzuhalten, wo welche Daten wie abgelegt werden. In diesem Sinne dienen die Überlegungen dem projektinternen bzw. eigenen Management der (Forschungs-)Daten – d. h. der Projektarbeit selbst, in dessen Kontext sie entstanden sind.